{"id":6624,"date":"2026-07-20T15:42:58","date_gmt":"2026-07-20T13:42:58","guid":{"rendered":"https:\/\/umfuturum.com\/?p=6624"},"modified":"2026-09-06T17:45:58","modified_gmt":"2026-09-06T15:45:58","slug":"konzertprogram-von-vadim-gladkov-am-28-06-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/programme-von-konzerten\/konzertprogram-von-vadim-gladkov-am-28-06-2026\/","title":{"rendered":"Konzertprogramm von Vadim Gladkov (Ukraine, Spanien) am 28.06.2026."},"content":{"rendered":"<pre>  <br> <br> <br><strong>Ludwig van Beethoven (1770\u20131827) <\/strong><br>  <br> <br><strong>Klaviersonate Nr. 12 op. 26 in As-Dur <br> <br>Franz Liszt (1811\u20131886) <br> <br> Cantique d\u2019amour  <br>aus Harmonies po\u00e9tiques et religieuses S. 173 <br>   Impromptu in Fis-Dur S. 191 <br>    Mephisto-Walzer Nr. 1 <br> <br>Levko Revutsky (1889\u20131977) <br>   Drei Pr\u00e4ludien op. 4, op.7 <br> <br>Hennadii Liashenko (1938\u20132017) <br>   Spiegelungen (1992) <br> <br>Mykola Lysenko (1842\u20131912) <br>   Ukrainische Rhapsodie Nr. 2 \u201eDumka\u2013<br>Schumka\u201c  <\/strong><br> <br> <br><em><strong>Impulse. Empfindungen. Reflexionen.<\/strong><\/em> <br> <br><br>Das Programm entfaltet sich als Dialog zwischen europ\u00e4ischer <br>und  ukrainischer Musik.   <br>W\u00e4hrend die Werke von Beethoven und Liszt die Grundlagen der <br>europ\u00e4ischen Klaviertradition verk\u00f6rpern, zeigen Lysenko, <br>Revutsky und Liashenko, wie diese k\u00fcnstlerischen Ideen in der <br>ukrainischen Musik eine neue Auspr\u00e4gung finden. Von der <br>Romantik bis zur Moderne, von den Wurzeln des Volksliedes bis <br>zu zeitgen\u00f6ssischen kompositorischen Techniken offenbart das <br>Konzert die Kontinuit\u00e4t eines kulturellen Dialogs, in dem <br>Impulse der Vergangenheit zu Empfindungen und Reflexionen <br>nachfolgender Generationen werden.  <br> <br> <br>Ludwig van Beethoven (1770-1827) <br>Klaviersonate Nr. 12 op. 26, As-Dur <br> <br>Die Sonate wurde in den Jahren 1800\u20131801 komponiert, <br>ungef\u00e4hr zur gleichen Zeit, als Beethoven seine Erste Symphonie <br>vollendete. Das Werk ist Karl von Lichnowsky gewidmet, einem <br>F\u00f6rderer des Komponisten seit 1792, und wurde 1802 in Wien <br>unter dem Titel \u201eGrande Sonate\u201c ver\u00f6ffentlicht. Sie markiert <br>einen konzeptionellen Wendepunkt im Klavierschaffen <br>Beethovens. Der Komponist \u00fcberschreitet die Grenzen der <br>klassischen Sonatenform \u2013 bereits der erste Satz er\u00f6ffnet nicht <br>mit einem traditionellen Sonatenallegro, sondern mit einem <br>Variationszyklus, und kein Satz ist in Sonatenhauptsatzform <br>geschrieben. <br> <br>Franz Liszt (1811\u20131886) <br>\u201eHymne der Liebe\u201c aus dem Zyklus Harmonies po\u00e9tiques et <br>religieuses S.173 (1847\u20131853) <br> <br> . <br>Der Zyklus ist Prinzessin Carolyne von Sayn-Wittgenstein <br>gewidmet, die der Komponist 1847 in Kyjiw kennenlernte. Ihre <br>enge Freundschaft dauerte bis zu Liszts Lebensende. Ihr widmete <br>er auch s\u00e4mtliche seiner symphonischen Dichtungen. <br>In dieser Zeit wendet sich Liszt zunehmend vom Leben des <br>reisenden Virtuosen ab und besch\u00e4ftigt sich intensiv mit <br>philosophischen und religi\u00f6sen Themen. Besonders die Dichtung <br>Alphonse de Lamartines, die Fragen von Glauben, Leid, Liebe <br>und geistiger Erneuerung behandelt, inspirierte ihn. <br> <br>\u201eImpromptu\u201c Fis-Dur S.191 (1872) <br>Das Werk entstand in Weimar in der sp\u00e4ten Schaffensphase <br>Liszts, in der er sich zunehmend kammermusikalischen, <br>konzentrierten Klavierminiaturen zuwandte. Es ist der Baronin <br>Olga von Meyendorff gewidmet, die zum engen Kreis des <br>Komponisten geh\u00f6rte.  <br> <br>Mephisto-Walzer Nr. 1 (1856\u20131861) <br>Der Mephisto-Walzer Nr. 1 ist eine virtuose Darstellung einer <br>Episode aus Nikolaus Lenaus Faust-Dichtung. <br>Faust und Mephistopheles betreten eine Dorfwirtschaft, in der <br>gerade eine Hochzeitsfeier stattfindet. Mephistopheles ergreift <br>eine Violine von einem Bauern und beginnt zu spielen <br>(dargestellt durch die sich h\u00e4ufenden Quinten am Anfang des <br>Werkes). Die Dorfbewohner geraten in einen d\u00e4monischen <br>Tanzrausch. Nach der Wiederkehr des Hauptabschnitts folgt ein <br>langsamer Mittelteil mit neuem Thema: Faust verf\u00fchrt eine junge <br>Frau, und beide verschwinden schlie\u00dflich im Wald. Der Gesang <br>einer Nachtigall erklingt, und die Musik steigert sich bis zu einem <br>H\u00f6hepunkt, der von einigen Forschern als eine der ersten <br>musikalischen Darstellungen eines Orgasmus in der klassischen <br>Musik interpretiert wird: Faust verbringt eine leidenschaftliche <br>Nacht mit der Frau.  <br>Diese Szene bildet die Grundlage eines der wirkungsvollsten und <br>brillantesten Klavierwerke Liszts. <br> . <br>Levko Revutsky (1889\u20131977)  <br>Drei Pr\u00e4ludien op. 4 (1914), op.7. (1918) <br> <br>Levko Revutsky geh\u00f6rt zur Generation jener Komponisten, die <br>den ukrainischen musikalischen Modernismus des 20. <br>Jahrhunderts pr\u00e4gten. <br>Er wuchs in den Regionen Poltawa und Tschernihiw auf \u2013 <br>Gebieten mit einer tief verwurzelten Tradition mehrstimmigen <br>Volksgesangs. Seine \u00e4sthetischen Vorstellungen formten sich in <br>einer Epoche historischer Umbr\u00fcche \u2013 dem Ersten Weltkrieg, <br>der Revolution von 1917 und der kurzen Periode ukrainischer <br>Staatlichkeit. Die politische Turbulenz dieser Zeit f\u00fchrte zu einem <br>Wandel der k\u00fcnstlerischen Orientierung und beg\u00fcnstigte die <br>Entstehung einer neuen modernistischen \u00c4sthetik mit einer <br>zugespitzten, lakonischen und harmonisch verdichteten <br>Musiksprache. Revutsky\u2018s Stil ist eine organische Synthese aus <br>Volksmelodik und europ\u00e4ischen Str\u00f6mungen der Moderne \u2013 <br>Postromantik und Impressionismus. <br> <br>Hennadii Liashenko (1938\u20132017)  <br>\u201eSpiegelungen\u201c (1992) <br> <br>Hennadii Liashenko geh\u00f6rt zu den f\u00fchrenden Vertretern der <br>ukrainischen Komponistenschule der zweiten H\u00e4lfte des 20.  <br>Jahrhunderts. Als Autor von sieben Symphonien, eines Balletts <br>sowie zahlreicher kammermusikalischer und vokaler Werke <br>entwickelte er einen individuellen Stil, der formale Klarheit, <br>polyphones Denken, klangdramaturgische Gestaltung und eine <br>chromatisch dichte Harmonik verbindet. <br>Sein Stil entstand an der Schnittstelle zwischen ukrainischer <br>musikalischer Tradition und neuen europ\u00e4ischen <br>kompositorischen Techniken im multikulturellen Umfeld Lwiws.  <br>Der Komponist selbst bemerkte: <br>\u201eIn meinen Werken ist der Einfluss der karpatischen Intonation <br>sp\u00fcrbar. Au\u00dferdem entstand in Lwiw ein multinationaler <br> . <br>musikalischer Kontext, in dem \u00f6sterreichische, polnische, <br>tschechische und nationale Tendenzen koexistierten \u2013 mit einem <br>Wort: eine europ\u00e4ische Schule.\u201c <br>Das Klavierst\u00fcck Spiegelungen wurde 1992 als Pflichtst\u00fcck f\u00fcr <br>den Internationalen Mykola-Lysenko-Wettbewerb komponiert. <br>In seiner konzentrierten Form vereint es charakteristische <br>Merkmale von Liashenko Stil: Klangfarbenbewusstsein, <br>polyphone Entwicklung und innere logische Strukturen des <br>musikalischen Prozesses. Variantenreiche und spiegelbildliche <br>Transformationen der thematischen Elemente erzeugen dabei <br>den Effekt eines inneren \u201eEchos\u201c des musikalischen Bildes. <br> <br>Mykola Lysenko (1842\u20131912) <br>Ukrainische Rhapsodie Nr. 2 \u201eDumka\u2013Schumka\u201c <br>(1877) <br>Mykola Lysenko kann f\u00fcr die ukrainische Kultur mit den gro\u00dfen <br>romantischen Komponisten des 19. Jahrhunderts wie Chopin, <br>Liszt, Brahms oder Dvo\u0159\u00e1k verglichen werden. Als Komponist, <br>Pianist, Dirigent und Ethnograph erhielt er eine fundierte <br>europ\u00e4ische Ausbildung, unter anderem am Leipziger <br>Konservatorium in den F\u00e4chern Komposition und Klavier. Die <br>Verbindung europ\u00e4ischer Traditionen mit tiefem Wissen \u00fcber die <br>ukrainische Volkskultur bildete die Grundlage der ukrainischen <br>Komponistenschule des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts, deren <br>Begr\u00fcnder Lysenko ist. <br>Das Genre der Rhapsodie war im 19. Jahrhundert typisch f\u00fcr <br>romantische Komponisten wie Liszt, Brahms und Dvo\u0159\u00e1k. <br>Lysenko f\u00fchrt diese Tradition in der ukrainischen Musik fort und <br>schafft ein gro\u00df angelegtes virtuoses Werk auf folkloristischer <br>Grundlage. W\u00e4hrend Liszts Rhapsodien auf ungarischer <br>Volksmusik basieren, sind es bei Lysenko die rezitativischen <br>Intonationen der Kobzaren \u2013 der traditionellen ukrainischen <br>epischen S\u00e4nger \u2013, verbunden mit der Rhythmik des <br>Volkstanzes.  <br> <br> . <br>Vadim Gladkov<br>, in Kiew geboren, z\u00e4hlt zu den <br>herausragenden Pianisten seiner Generation. Das Studium an der <br>Nationalen Musikakademie der Ukraine in Kiew schloss er mit <br>Auszeichnung ab und setzte seine Studien an der Escuela <br>Superior de M\u00fasica Reina Sof\u00eda in Madrid fort. Sein Spiel <br>begeistert durch stilistische Vielseitigkeit mit tiefem <br>musikalischem Ausdruck bei technischer Brillanz. <br>Vadim Gladkov gewann neben zahlreichen anderen u.a. folgende <br>Preise: <br>\u2022 Gro\u00dfer Preis beim IX. Internationalen Klavierwettbewerb \u201eDa <br>Cidade do Porto\u201c (1992) <br>\u2022 Erster Preis und Goldmedaille beim I. Internationalen <br>Wettbewerb \u201eN. Lyssenko\u201c (Kiew, 1992) <br>\u2022 Erster Preis beim XII. Internationalen Klavierwettbewerb von <br>Ibiza (1998) <br>\u2022 Erster Preis beim IV. Internationalen <br>Kammermusikwettbewerb \u201eGuadamora\u201c (C\u00f3rdoba, 2003) <br>\u2022 Erster Preis und Sonderpreis beim VII. Internationalen \u201eGrieg\u201c-<br>Wettbewerb f\u00fcr Klavierduos (Oslo) <br>Als Solist und Kammermusiker konzertierte Gladkov in der Royal <br>Albert Hall, dem Concertgebouw, dem Rudolfinum und in der <br>Suntory Hall. Eingeladen zu bedeutenden Festivals in und <br>au\u00dferhalb Europas musizierte er mit namhaften Musikern wie <br>Zakhar Bron, Nicola Benedetti, Natalia Gutman und Hansj\u00f6rg <br>Schellenberger. <br> <br>Neben seiner aktiven Konzertt\u00e4tigkeit unterrichtet er als <br>Klavierprofessor an der Escuela Superior de M\u00fasica Reina Sof\u00eda <br>in Madrid sowie und gibt regelm\u00e4\u00dfig Meisterkurse in ganz <br>Europa. <br> <br>Seine Diskografie umfasst u.a. Einspielungen mit <br>herausragenden K\u00fcnstlern, darunter die CD \u201eIn Recital\u201c mit der <br>Violinistin Mayuko Kamio (SONY BMG). Vadim Gladkov geh\u00f6rt <br>zweifellos zu den angesehensten Pianisten unserer Zeit. <br><br>                                    <br>                                           Tatjana Shylina-Lenk<br> <br><br>  <br> <br><\/pre><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ludwig van Beethoven (1770\u20131827) Klaviersonate Nr. 12 op. 26 in As-Dur Franz Liszt (1811\u20131886) Cantique d\u2019amour aus Harmonies po\u00e9tiques et religieuses S. 173 Impromptu in&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":6625,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[253],"tags":[],"class_list":["post-6624","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-programme-von-konzerten"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6624","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6624"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6624\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6678,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6624\/revisions\/6678"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6625"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}