{"id":6407,"date":"2026-04-07T19:47:30","date_gmt":"2026-04-07T17:47:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.umfuturum.com\/?p=6407"},"modified":"2026-09-06T17:50:36","modified_gmt":"2026-09-06T15:50:36","slug":"das-programm-zum-konzert-von-lilian-akopova-ukraine-am-21-09-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/programme-von-konzerten\/das-programm-zum-konzert-von-lilian-akopova-ukraine-am-21-09-2025\/","title":{"rendered":"Konzertprogramm von Lilian Akopova (Deutschland) am 21.09.2025"},"content":{"rendered":"\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><br>Joseph Haydn (1732\u20131809)<br>Sonate in h-moll, Hob. XVI:32<br>1.Allegro moderato<br>2.Menuett<br>3.Finale. Presto<br>Fr\u00e9d\u00e9ric Chopin (1810\u20131849)<br>Sonate Nr. 3 h-moll, op. 58<br>1.Allegro maestoso<br>2.Scherzo. Molto vivace<br>3.Largo<br>4.Finale. Presto non tanto<br>Levko Revutsky (1889\u20131977)<br>Sonate h-moll, op. 1 (1912)<br>.<br>Sonatenwelt in h-moll<br>Haydn \u2013 Chopin \u2013 Revutsky<br>\u00abDer Prozess, welcher den Tondichter diese oder jene<br>Grundtonart zur Aussprache seiner Empfindungen w\u00e4hlen<br>l\u00e4sst, ist unerkl\u00e4rbar wie der sch\u00f6pferische Genius selbst,<br>der mit dem Gedanken zugleich die Form, das Gef\u00e4\u00df gibt,<br>das jenen einschlie\u00dft\u00bb.\u2013 Robert Schumann.<br>F\u00fcr das heutige Konzert wurde das Genre der<br>Sonate gew\u00e4hlt, verbunden durch die Tonart h-moll.<br>Diese Tonart hatte in verschiedenen Epochen eine<br>besondere Aura. In der h-moll-Messe von Johann<br>Sebastian Bach versetzt sie in eine Atmosph\u00e4re der<br>Trauer, des geistigen Kampfes und der Reue. JeanPhilippe Rameau nannte sie \u201etraurig und feierlich\u201c.<br>Beethoven betrachtete h-moll als \u201eschwarze Tonart\u201c<br>und verwendete sie weder in seinen Sonaten noch in<br>den Symphonien.<br>Doch gerade in h-moll schrieb Schubert seine<br>ber\u00fchmte Symphonie \u201eUnvollendete\u201c in der Tonart, die<br>seine Vorg\u00e4nger Haydn, Mozart und Beethoven im<br>symphonischen Genre mieden. In h-moll entfaltete<br>Franz Liszt die dramatische, \u201efaustische\u201c<br>Phantasmagorie seiner Sonate. Auch die Sonate op. 1<br>von Alban Berg \u2013 ein eindrucksvolles<br>.<br>expressionistisches Manifest des fr\u00fchen 20.<br>Jahrhunderts \u2013 steht in dieser Tonart. Der deutsche<br>Anthropologe Hermann Beckh, bezeichnete diese<br>Tonart als \u201eLicht der geistigen Welt, das f\u00fcr die \u00e4u\u00dferen<br>Sinne wie Dunkelheit erscheint\u201c.<br>Im heutigen Konzert mit Lilian Akopova erklingen<br>drei Klaviersonaten \u2013 von Joseph Haydn, Fr\u00e9d\u00e9ric<br>Chopin und Levko Revutsky \u2013 unterschiedlich in Zeit<br>und Stil, jedoch verbunden durch die gemeinsame<br>Tonart, durch welche die Musikepochen dreier<br>europ\u00e4ischer Kulturen sichtbar werden.<br>Joseph Haydn (1732\u20131809)<br>Sonate h-moll, Hob. XVI:32<br>Die Sonate Hob. XVI\/32 entstand Mitte der<br>1770er-Jahre, als Haydn am Hofe des F\u00fcrsten<br>Esterh\u00e1zy wirkte und intensiv an Opern, Symphonien<br>und Kammermusik arbeitete. Es war eine Zeit des<br>sch\u00f6pferischen Aufschwungs, in der er mit Form und<br>Dramaturgie in verschiedenen Gattungen<br>experimentierte. Haydn schrieb etwa 60 Klaviersonaten,<br>doch nur eine davon in h-moll. Dieses Werk nimmt<br>einen besonderen Platz in der Wiener Klassik ein.<br>Fr\u00e9d\u00e9ric Chopin (1810\u20131849)<br>Klaviersonate Nr. 3 h-moll, op. 58<br>Im April 1844 erlebte Chopin den Tod seines<br>.<br>Vaters. Tief getroffen von diesem Schlag,<br>verschlechterte sich seine Gesundheit. Im Sommer zog<br>er sich nach Nohant, in den Landsitz von George Sand,<br>zur\u00fcck, wo er Ruhe suchte und sich ganz der<br>Komposition widmete. Dort entstanden zwei Perlen<br>seines sp\u00e4ten Stils: die h-moll-Sonate op. 58 und die<br>Barcarolle op. 60.<br>Die Einzigartigkeit dieser Sonate liegt in ihrer<br>strukturellen und emotionalen Tiefe. Sie verbindet die<br>traditionelle Sonatenform mit Elementen der Ballade,<br>die dem sp\u00e4ten romantischen Stil eigen sind: ein<br>dramatischer Dialog der Themen im ersten Satz, ein<br>transparentes Scherzo, ein meditatives Adagio in H-dur<br>und ein heroisches Finale. Dieser \u00dcbergang vom<br>tragischen Beginn zum lichten Ende wird oft als Symbol<br>geistiger Transformation gedeutet.<br>Levko Revutsky (1889\u20131977)<br>Sonate h-moll, op. 1<br>Levko Revutskys erster Lehrer im Klavierspiel war<br>Mykola Lysenko, ein Freund der Familie. Sein Bruder<br>Dmytro Revutsky, ein bekannter Folklorist und<br>Ethnograph, bat Lysenko, den jungen Levko anzuh\u00f6ren<br>\u2013 ein Ereignis, das die weitere Richtung seiner<br>musikalischen Ausbildung bestimmte.<br>Seine erste Klaviersonate op. 1 schrieb Revutsky1912<br>im Alter von 23 Jahren und spielte sie bei der<br>.<br>Aufnahmepr\u00fcfung am Kiewer Konservatorium. Das<br>Werk markierte sein erstes bedeutendes pianistischen<br>Schaffen. Gleichzeitig studierte er weiter an der<br>juristischen Fakult\u00e4t.<br>Die Sonate ist in einem postromantischen Stil<br>geschrieben, zugleich aber stark von Chopins Poetik<br>beeinflusst.<br>In der gro\u00df angelegten Form entfaltet Revutsky<br>ein monumentales dramaturgisches Gef\u00fcge. Indem er<br>die drei S\u00e4tze zu einer Einheit verbindet, unterstreicht<br>der Komponist durch den Monothematismus der<br>Ecks\u00e4tze die innere Geschlossenheit des Werkes<br>Schon in diesem ersten Klavieropus zeigt er eine<br>seltene F\u00e4higkeit, melodische Lyrik mit komplexer<br>Harmonik zu verbinden \u2013 ein Stil, der sp\u00e4ter in seinen<br>symphonischen und kammermusikalischen Werken zu<br>voller Bl\u00fcte gelangte.<br>Lilian Akopova (klavier)<br>\u201eIn meinen Programmen liebe ich es, Kontraste zu setzen.<br>Entscheidend sind f\u00fcr mich die inneren Bez\u00fcge zwischen<br>den Werken, nicht die Chronologie.\u201c \u2014 Lilian Akopova<br>Die in Kiew geborene und heute in M\u00fcnchen<br>lebende Pianistin Lilian Akopova ist Preistr\u00e4gerin<br>zahlreicher internationaler Wettbewerbe, darunter erste<br>Preise beim Vianna da Motta Wettbewerb (Lissabon),<br>beim Roma Wettbewerb (Rom), beim Carlet<br>.<br>Wettbewerb (Valencia), beim Sulmona Wettbewerb<br>(Italien), beim Steinway Wettbewerb (M\u00fcnchen) sowie<br>der 3. Preis beim renommierten Busoni Wettbewerb<br>(Bozen). 2014 wurde sie mit dem deutschen Musikpreis<br>ECHO Klassik ausgezeichnet.<br>Lilian Akopova gastierte in bedeutenden<br>europ\u00e4ischen Konzerts\u00e4len wie der Berliner<br>Philharmonie und dem Konzerthaus Berlin, im<br>Herkulessaal der M\u00fcnchner Residenz, im Wiener<br>Musikverein, im Athen\u00e4um Bukarest, in der Salle Cortot<br>in Paris und im Palau de la M\u00fasica in Valencia. Sie trat<br>mit dem M\u00fcnchener Kammerorchester, dem Haydn<br>Orchester, dem Orquestra Sinf\u00f3nica Portuguesa, dem<br>Staatsorchester Kiew u. a. unter Dirigenten wie Arthur<br>Fagen, Julia Jones und Volker Schmidt-Gertenbach<br>auf.<br>Ihre Diskografie umfasst rund zehn CDs; das<br>Album Jazzissimo (2023, mit Matthias Well) wurde f\u00fcr<br>den Opus Klassik nominiert. Konzerte von Lilian<br>Akopova wurden von ARTE, BR, Deutschlandfunk<br>Kultur, Rai, France T\u00e9l\u00e9visions und weiteren<br>europ\u00e4ischen Sendern \u00fcbertragen. Seit 2019 ist sie<br>Professorin f\u00fcr Klavier und Kammermusik an der<br>Kalaidos Musikhochschule Z\u00fcrich und gr\u00fcndete 2016<br>ihre eigene Stiftung zur Unterst\u00fctzung von Kindern.<br>                    <br>                              <strong>Tatjana Shylina-Lenk<\/strong><br><\/pre>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Joseph Haydn (1732\u20131809)Sonate in h-moll, Hob. XVI:321.Allegro moderato2.Menuett3.Finale. PrestoFr\u00e9d\u00e9ric Chopin (1810\u20131849)Sonate Nr. 3 h-moll, op. 581.Allegro maestoso2.Scherzo. Molto vivace3.Largo4.Finale. 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