{"id":6396,"date":"2026-04-07T19:11:07","date_gmt":"2026-04-07T17:11:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.umfuturum.com\/?p=6396"},"modified":"2026-04-07T19:42:20","modified_gmt":"2026-04-07T17:42:20","slug":"das-programm-zum-konzert-von-antonii-baryshevskyi-ukraine-am-19-10-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/programme-von-konzerten\/das-programm-zum-konzert-von-antonii-baryshevskyi-ukraine-am-19-10-2025\/","title":{"rendered":"Das Programm zum Konzert von Antonii Baryshevskyi (Ukraine) am 19.10.2025"},"content":{"rendered":"\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><br>.<br>Arvo P\u00e4rt (geb. 1935)<br>\u2022 \u201eF\u00fcr Alina\u201c (1976)<br>\u2022 \u201eVariationen zur Gesundung von Arinuschka\u201c (1977)<br>Valentyn Sylvestrov (geb. 1938)<br>\u2022 Zwei St\u00fccke aus dem Zyklus Kinderalbum Nr. 1<br>(1977)<br>\u2022 The Messenger (1996)<br>Borys Ljatoshynskyi (1895\u20131968)<br>\u2022 aus Spiegelungen, op. 16 (1925):<br>I. Maestoso e con fermezza<br>II. Vellutato assai<br>III. Tempestoso<br>V. Come di lontananza<br>Maurice Ravel (1875\u20131937)<br>Miroirs (1905):<br>I. Noctuelles (\u201eNachtfalter\u201c)<br>II. Oiseaux tristes (\u201eTraurige V\u00f6gel\u201c)<br>III. Une barque sur l\u2019oc\u00e9an (\u201eEin Boot auf dem Ozean\u201c)<br>IV. Alborada del gracioso (\u201eMorgendliche Serenade des<br>Spa\u00dfmachers\u201c)<br>V. La vall\u00e9e des cloches (\u201eDas Tal der Glocken\u201c)<br>.<br>Spiegelungen<br>Von jeher spiegelt die Musik die Zeit wider, in der sie<br>komponiert wird.<br>Vor dem Hintergrund des bewegten 20. Jahrhunderts \u2013<br>gepr\u00e4gt von neuen kulturellen Str\u00f6mungen, Experimenten<br>und Anforderungen \u2013 entfaltet sie sich in der europ\u00e4ischen<br>Musiklandschaft besonders vielschichtig.<br>Das Programm \u201eSpiegelungen\u201c vereint Musik von vier<br>Komponisten, die das facettenreiche Empfinden des 20.<br>Jahrhunderts verk\u00f6rpern: Die feinsinnige<br>impressionistische Sprache von Maurice Ravel wandelt sich<br>zu den scharf dissonanten Aphorismen von Borys<br>Ljatoschynskyi, w\u00e4hrend die helle Zartheit des TintinnabuliStils von Arvo P\u00e4rt mit der metaphorischen Transparenz des<br>musikalischen Universums von Valentyn Sylvestrov<br>korrespondiert.<br>Arvo P\u00e4rt (1935*)<br>In den 1970er Jahren zog sich der estnische Komponist Arvo<br>P\u00e4rt aus der Informationsflut und dem Alltagsl\u00e4rm zur\u00fcck<br>und schuf sich einen eigenen musikalischen Raum der<br>\u201eklingenden Stille\u201c. Er entwickelte die von ihm entdeckte<br>Technik \u201eTintinnabuli\u201c (lat. tintinnabulum \u2013 \u201eGl\u00f6ckchen\u201c),<br>in der zwei Stimmen miteinander interagieren: eine<br>melodische, die sich diatonisch bewegt, und eine<br>\u201egl\u00f6ckchenartige\u201c, die die Tonika arpeggiert. Daraus<br>entsteht eine Atmosph\u00e4re innerer Helligkeit und seelischer<br>Harmonie.<br>.<br>\u201eF\u00fcr Alina\u201c (1976) ist das erste Werk in der TintinnabuliTechnik. Knappste Tonfolgen, minimale Textur und<br>langsames Tempo schaffen einen Raum stiller Versenkung.<br>Die Musik scheint die Zeit anzuhalten und \u00f6ffnet einen Ort<br>des inneren Friedens. Das St\u00fcck ist der Tochter von<br>Freunden gewidmet, die nach der Scheidung der Eltern<br>nach England ging \u2013 es klingt wie ein Segen f\u00fcr ein neues<br>Leben.<br>Ein Jahr sp\u00e4ter komponiert P\u00e4rt die \u201eVariationen zur<br>Gesundung von Arinuschka\u201c (1977), einen<br>Variationszyklus, der seiner eigenen Tochter Arina<br>gewidmet ist. Die grafische Klarheit und die<br>charakteristische \u201eKlanggl\u00f6ckchen\u201c-Struktur gewinnen hier<br>besondere Ausdruckskraft: die wiederholten Varianten<br>wirken wie ein inniges, bittendes Gebet \u2013 ein klingender<br>Heilungsgestus.<br>Valentyn Sylvestrov (1937*)<br>Mit dem Zyklus \u201eKindermusik\u201c (1977) er\u00f6ffnet<br>Sylvestrov eine kammermusikalische, poetische Welt von<br>schlichter Intonation und feiner Lyrik. In diesen<br>Klavierminiaturen f\u00fchrt er uns zu den Urspr\u00fcngen der<br>Musik zur\u00fcck \u2013 zu einer kindlichen Wahrnehmung des<br>Klanges als Wunder.<br>\u201eThe Messenger\u201c (1996), in memoriam seiner Frau<br>Larissa komponiert, ist als Dialog zwischen Irdischem und<br>Ewigem zu verstehen. Sylvestrov bezeichnete das Werk als<br>\u201ePostskriptum zu Mozart und der gesamten<br>Klassiktradition\u201c: mozartische Reminiszenzen verwandeln<br>sich allm\u00e4hlich in eine entr\u00fcckte, \u00e4therische Klangwelt. Der<br>Komponist erschafft das Bild eines \u201eBoten\u201c zwischen den<br>Welten \u2013 einer zarten Klangsubstanz, die liebevolle<br>Erinnerungen und die Spur des Vergangenen tr\u00e4gt.<br>.<br>Borys Ljatoschynskyi (1895\u20131968)<br>Zum 100. Jahrestag des Zyklus. Der Zyklus<br>\u201eVidobrazhennja\u201c (\u201eSpiegelungen\u201c)<br>geh\u00f6rt zu den k\u00fchnsten Beispielen der fr\u00fchen ukrainischen<br>Avantgarde, in dem sich eine neue k\u00fcnstlerische Welt des<br>jungen Ljatoschynskyi formiert. Der Komponist dringt tief<br>in die menschliche Psyche ein: seelische Zust\u00e4nde, innere<br>Widerspr\u00fcche , Reflexionen und emotionale Impulse<br>werden zum Material seiner Musik.<br>Das 1925 entstandene Werk er\u00f6ffnet ein neues Kapitel der<br>ukrainischen Musik. Inspiriert von den europ\u00e4ischen<br>Str\u00f6mungen des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts, bewegt sich<br>Ljatoschynskyi im Spannungsfeld zwischen Tonalit\u00e4t und<br>Atonalit\u00e4t: die Harmonik l\u00f6st den tonalen Mittelpunkt auf,<br>rhythmische Strukturen erscheinen als pl\u00f6tzliche<br>Energieausbr\u00fcche, das traditionelle Metrum zerbricht, und<br>die Klaviertextur gewinnt orchestrale Plastizit\u00e4t.<br>Er schafft eine eigene musikalische Sprache \u2013 intellektuell<br>und emotional zugespitzt. Sein expressives Weltbild spiegelt<br>sich im empfindsamen Spiegel des inneren \u201eIch\u201c. Hier formt<br>sich jener Ljatoschynskyi, den wir sp\u00e4ter in seinen Sinfonien<br>und Kammerwerken h\u00f6ren: ein Denker, Humanist und<br>Tragiker seiner Zeit, der das 20. Jahrhundert mit all seiner<br>Expressivit\u00e4t, seinem Schmerz und seiner Erkenntnis<br>erlebte.<br>Nach hundert Jahren klingen die \u201eSpiegelungen\u201c wie ein<br>lebendiges Dokument ihrer Epoche \u2013 ein Klangspiegel, in<br>dem wir uns im Lichte der heutigen Kriegsrealit\u00e4t selbst<br>wiedererkennen.<br>.<br>Maurice Ravel (1875\u20131937)<br>Der f\u00fcnfteilige Klavierzyklus \u201eMiroirs\u201c (1905) geh\u00f6rt zu<br>den Schl\u00fcsselwerken des franz\u00f6sischen Impressionismus.<br>Mit einer Palette komplexer, schillernder Harmonien,<br>farbenreicher Klangnuancen und beweglicher rhythmischer<br>Strukturen schafft Ravel klangliche \u201eGem\u00e4lde\u201c, die beinahe<br>visuelle Assoziationen hervorrufen \u2013 das Spiel von Licht und<br>Schatten, das Flirren des Wassers oder das Nachklingen<br>ferner Glocken. Seine \u201emalerische\u201c Metamorphose er\u00f6ffnete<br>der Musik neue Ausdrucksm\u00f6glichkeiten und wies den Weg<br>zu mutigen Klangexperimenten.<br>1.Noctuelles (\u201eNachtfalter\u201c)<br>Flirrende Auf- und Abbewegungen \u2013 wie das Kreisen eines<br>Nachtfalters um das Licht. Transparente Texturen,<br>wechselnde harmonische Farben und ein schwebender<br>Bewegungsfluss pr\u00e4gen das St\u00fcck.<br>2.Oiseaux tristes (\u201eTraurige V\u00f6gel\u201c)<br>Ein dunkler, melancholischer Charakter, in dem melodische<br>Linien wie Vogelrufe im Raum verhallen. Helle, perlende<br>Klangfarben verleihen dem St\u00fcck zarte Transparenz und<br>den Eindruck einer bebenden Einsamkeit.<br>3.Une barque sur l\u2019oc\u00e9an (\u201eEin Boot auf dem<br>Ozean\u201c)<br>Ein musikalisches Seest\u00fcck von grenzenloser Weite: das<br>Glitzern und Schaukeln des Wassers, in wellenf\u00f6rmigen<br>Arpeggien und farbenreicher Harmonik dargestellt.<br>4.Alborada del gracioso (\u201eMorgendliche<br>Serenade des Spa\u00dfmachers\u201c)<br>Virtuos und funkelnd, erf\u00fcllt von spanischem<br>Temperament. Kontraste der Rhythmen und Klangfarben,<br>.<br>scharfe Synkopen und brillante Passagen erzeugen ein<br>lebendiges Bild von Witz und feiner Ironie.<br>5.La vall\u00e9e des cloches (\u201eDas Tal der Glocken\u201c)<br>Eine ruhige, majest\u00e4tische Klanglandschaft, in der das Echo<br>der Glocken allm\u00e4hlich im Raum verweht. Ravel nutzt<br>meisterhaft die M\u00f6glichkeiten des Klaviers, um den<br>schwebenden Zauber von Glockenkl\u00e4ngen zu evozieren.<br>Kurzbiographie<br>von Antonii Baryshevskyi<br>Antonii Baryshevskyi wurde 1988 in Kiew geboren. Er<br>studierte an der Nationalen Musikakademie in Kiew und<br>Paris.<br>Er war Preistr\u00e4ger u.a. folgender Klavierwettbewerbe:<br>Arthur Rubinstein 2014 (1. Preis); 58. Ferruccio Busoni<br>International piano Competition 2011 (2. Preis und<br>Publikumspreis); 51.Internationaler Klavierwettbewerb<br>Premio Ja\u00e8n 2009 (1. Preis); 2. Internationaler Wettbewerb<br>der Internationalen Akademie f\u00fcr Musik (1. Preis).<br>Baryshevskyi trat in zahlreichen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, den<br>USA und Israel auf und konzertierte mit bekannten<br>Orchestern in Konzerten und auf Festivals in den<br>bekanntesten Konzerts\u00e4len der Welt.<br>Website: https:\/\/www.antoniibaryshevskyi.com\/<br>https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCh1AIunLT3wUfaqSB<br>AkcLYA<br><br>                               <strong>Tatjana Shylina-Lenk<\/strong><br><\/pre>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>.Arvo P\u00e4rt (geb. 1935)\u2022 \u201eF\u00fcr Alina\u201c (1976)\u2022 \u201eVariationen zur Gesundung von Arinuschka\u201c (1977)Valentyn Sylvestrov (geb. 1938)\u2022 Zwei St\u00fccke aus dem Zyklus Kinderalbum Nr. 1(1977)\u2022 The&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":4831,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[253],"tags":[],"class_list":["post-6396","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-programme-von-konzerten"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6396","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6396"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6396\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6417,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6396\/revisions\/6417"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4831"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6396"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/umfuturum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}